Bin jetzt bereits seit ziemlich genau 3 Wochen in der Asha Niketan in Chennai! Das Essen ist echt der Hammer - ich würde gerade Angst haben dick zu werden, wenn ich meinen Stoffwechsel nicht so gut kennen würde!
Gestern (Freitag) war ich das erste mal beim Assistenten-Meeting dabei und habe nun heute (Samstag) meinen ersten "Day off" - also freien Tag). Ich weiß aber noch nicht wirklich was ich heute noch unternehmen werde, außer diesen Bericht zu schreiben!
In diesem Eintrag werd ich erst mal die allgemeine Situation hier beschreiben! Es folgen dann noch Einträge zum Haus und einigen Bewohnern!





Das Arche Symbol mit Reis und Blueten gemacht

Die Assistenten sind alle voll nett und die Bewohner sind auch sehr lustig! Die erste Woche war meine erste richtige Arbeitswoche! Von Montag bis Freitag kommen noch andere Menschen mit Behinderungen hier in die Asha Niketan und werden dann hier beschäftigt. Die, die etwas stärkere Behinderungen haben sind im Developement Center (dort werde ich die nächsten 3 Monate arbeiten), in dem Übungen zur Kommunikation und Feinmotorik gemacht werden. Die Fitteren sind entweder im Garten beschäftigt oder im Workshop, in dem vor allem Pappmasche-Eimer und sonstige kleinere Sachen hergestellt werden, die die Asha Niketan dann verkauft.
Vorletzte Woche war ich vor allem damit beschäftigt, der blöden Registrierung nachzulaufen, die jeder machen muss, der mehr als 6 Monate in Indien bleibt. Zum Glück kam am Mittwoch Gregory - ein AngloIndian, der schon viel unterwegs war und Verständis für sehr Vieles hat - und half mir und dem anderen Freiwilligen, der mit mir hier ist, die Unterlagen zu besorgen und uns Tipps zu geben, wie wir uns am besten Verhalten sollen. Das Hauptproblem dabei ist nämlich, dass wir ein Arbeitsvisum haben, aber als Freiwillige hier sind. Wegen dem Arbeitsvisum wollen die aber trotzdem eine Steuernummer, eine genaue Aufstellung unserer Bezahlung, ... Am Donnerstag vor einer Woche haben wir dann mal endlich mit einem sehr verständnisvollen Typ im Registrierungsoffice geredet, der von uns Unterlagen wollte, die wir auch wirklich beschaffen können. Außerdem gab er uns mehr Zeit, da wir eigentlich innerhalb von 14 Tagen registriert sein müssten (also spätenstens vorletzten Samstag). Nun sind wir soweit, dass wir nur noch ein Mal dort hin müssen und dann hoffentlich diesen blöden Stempel in unseren Reisepass bekommen.

Ich lebe nun gerade noch alleine im noch nicht ganz fertig gebauten neuen Haus, dass aber bald fertig wird und dann von einigen Bewohner besiedelt wird. Dann bekomme ich auch endlich mal einen Zimmergenossen - so wie es aussieht kommt zu mir ein sehr gemütlicher Core Member!


In der Asha Niketan geht seit 1,5 Wochen einen Augeninfekt herum - die Betroffen bekommen rote Augen und Eiter kommt aus den Augen! Ich bin bisher noch nicht betroffen, aber sonst eigentlich fast alle! Das liegt wohl vor allem daran, dass die Assistenten und die Core Member (die Menschen mit geistiger Behinderung) wenig Ahnung haben, wie man sich davor schützen kann! So fassen die kranken nach wie vor alles an und erst relativ spät bekommen sie dann Bettruhe verschrieben. Die männlichen Assistenten verdecken dazu ihre Augen mit einem Tuch, das wohl nur einmal in der Woche gewaschen wird und reiben sich dann die ganze Zeit wieder den Erreger schön in die Augen!!! Außerdem fassen sich die meisten trotzdem noch ins Gesicht und in die Augen.

Die Hauptstrasse, wenn man aus dem Tor der Asha Niketan rausgeht
Die Stadt ist ziemlich verrückt und anfangs sehr erschreckend, wenn man das geordnete Deutschland gewohnt ist. Die Straßen sind überflutet mit Autos, die niemals wegen eines Menschen anhalten würden, bei Kühen aber ganz gelassen bremsen und dann vorbei fahren. Ganz selten kann man mal ein Verkehrsschild entdecken, ansonsten wird der Verkehr von der indischen Vernunft geregelt :-)! So gibt es zwar Fahrbahnbegrenzungen und Zebrastreifen, aber die sind mehr zur Dekoration da! An den Straßenrändern findet man dann alle möglichen Shops und Stände, die für uns Deutsche ziemlich dreckig aussehen. Sowieso wirkt hier alles sehr schmutzig - das irritiert am Anfang, man gewöhnt sich allerdings schnell daran.
So gefällt es mir hier immer besser und ich werde nun auch versuchen, die tamilische Sprache zu lernen!

Ein buntes Haus in der Strasse des zweiten Haus der Asha Niketan


So viel aus Chennai!

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