Peru - Überlebenstips!!!
Hallo Leute, demnächst folgt mein Bericht (hab ihn seit ich hier bin immer mal wieder geschrieben. - Ist aber deshalb nicht so pralle... Mir ist nur die ganze Zeit mein Word abgestürzt, woraufhin ich jedesmal 10 Minuten gewartet habe und das einfach nicht so wirklich gefunzt hat, wie ich wollte *hihi*). Ich hab hier ein ganz großes Problem: anscheinend einen zu modernen Computer für die alte Internetverbindung hier (oder so ähnlich). Auf jeden Fall kann ich mich hier als einzige nicht auf meine Verbindung verlassen.
Aber Schluss damit, ihr wollt sicher wissen, wie's mir hier so geht:
Deshalb habe ich hier ganz exklusiv
5 Überlebenstips für Peru
nur für euch zusammengestellt
| Das ist ein Mototaxi! |
1. Überlebenstip: Gehe NIE, niemals über die Straße, ohne nach links, rechts, links und dann am Besten nochmal links und rechts geschaut zu haben.
Das kann hier in Peru (oder mal hier) fatale Folgen haben! Erst vor Kurzem bin ich von einem Mototaxi beinahre überfahren worden. Kurze Situationsbeschreibung: Ich lief fröhlich vor mich hinpfeifend die Straße entlang und schaute mir rechts die Häuser an und links die Häuser an und scherte wegen der Verlagerung der Aufmerksamkeit nach links natürlich auch ein Stückchen nach links aus. Und dann gings los: Hinter mir Hupen, neben mir Geschrei, ein Arm, der mich zurückzieht, Leute die mich auf wildestem Spanisch versuchen wieder zur Vernunft zu bringen. Ob ich denn verrückt sei??? Wass war hier gerade passiert?
Ganz einfach: Von hinten kam ein Mototaxi angesaust, das gerade Spitzenleistungen erbrachte. Normalerweise schlackern bei diesen Geschwindigkeiten die Räder des Taxis bedenklich. Naja. Die Sache ist schnell erklärt: Und dann kam ich. Bin dem voll in den Weg gelaufen.
Man muss sich auch eins merken. Wie hat das Schwester Jacci so nett ausgedrückt: Die glauben hier nicht an Bremsen. Die glauben nur an Hupen!!! Und das stimmt wirklich.
Hier hat es in ganz vielen Straßen (die geteert sind - also hat sich das ganz viel schon von selbst ausgenoggt, da die meisten Straßen aus Sand bestehen) Geschwindigkeitsbremser. Ich rede von solchen Erhöhungen, dass man einfach langsamer unterwegs ist. Tja, was machen die Peruaner? Sie beschleunigen und fahren mit Vollgas auf diese Bohlen (oder wie man sie auch immer nennen mag) zu und machen dann eine Vollbremsung. Übrigens auch die Busse und - wie sollte es anders sein? Die Mototaxis!
Autos fahren hier auch des Öfteren gegen die Fahrtrichtung in Einbahnstraßen. Busfahrer telefonieren ohne Ende. Ja, und neulich saß ich bei so einer verrückten Italienerin in einem ganz alten Käfer, (hier gibt's übrigens auch einen VW - Club), der nicht schneller als 40 fährt, natürlich auf der Überholspur! Dann merkte sie, dass sie ja auch nach rechts fahren könnte und zog einfach nach rechts raus. Von hinten kam ein Getöse von Hupgeräuschen - ich wollte in den Außenspiegel schauen, was mir aber leider nicht vergönnt war, da der so nach außen gebogen war, dass sich sicherlich die Passanten darin bestaunen konnten. Nur leider konnte man vom Auto aus nichts sehen!
Mein erster Taxifahrer ist mit Fernlicht durch den Stadtverkehr gefahren (zur Hauptverkehrszeit, wohlgemerkt), weil ihn jemand geärgert hatte, der gerade vor ihm vor fuhr.
Die Moral von der Geschicht ist eigentlich, dass es ständig Unfälle gibt. Und dass ich erst einmal lernen muss, mit diesem Gefahrgut "Verkehr" zu leben.
2. Überlebenstip: Bei panischer Angst vor Hunden bitte zu Hause bleiben.
Denn hier hat es einen Haufen Hunde. Dicke Hunde, dünne Hunde, große Hunde, kleine Hunde, blond, braun, schwarz, weiß, gescheckt, hübsch, hässlich, gesund, krank, mit Flöhen, ohne Flöhe... Ich weiß gar nicht, wohin die Hunde hier denn gehören. Einige gehören sicherlich Leuten, aber andere sind so häßlich, die kann man nicht einmal mehr auslachen sonden nur bemitleiden, geschweige denn im Haus halten. Diese Hunde sieht man überall. Ich hab heut mal gezählt. Von mir zu der Schule, in der ich arbeite sind es zu Fuß nicht einmal 10 Minuten. Beim Hinweg hab ich auf meinem Weg 12 Hunde gesehen ( das sind in jeder Minute 1,2 Hunde) und beim Rückweg waren es zwanzig (Das sind 2 in jeder Minute), also laufen durchschnittlich 1,2 Hunde in der Minute an dir vorbei. Auf wieviel kommt denn ihr???
Naja. Und die Peruaner lieben diese Hunde. Es kann durchaus mal sein, dass sie vor einem riesigen, absolut hässlichen Tier stehen und ganz vergnügt in die Hände klatschen und "Perrito" - "Hündchen"" schreien.
Einen besonders bemittleidenswerten Hund hat es aber, über den ich jeden Tag lachen muss. Ich konnte leider nie ein Foto machen, das zeigt, wie dieser Hund aussieht. Er geht mir ungefähr bis zu den Knien, ist schwarz, hat ein Gesicht mit viel zu langer Schnauze, graue Augen und er sieht aus, als hätte er eine Kiste verschluckt. Dieser Hund ist ECKIG! VIERECKIG! Und als ob das noch nicht alles wäre, er hat meines Wissens auch keine Freunde, dafür aber Flöhe. Ich sehe ihn jeden Morgen vor der gleiche Tür, an der er sich reibt, mal den Popo oder den Rücken, aber meistens den Popo.
Ein anderer sehr cooler Hund hat auch keine Freunde und die Hunde hier respektieren ihn so wenig, dass sie nicht einmal zurückbellen, wenn er bellt. Er sitzt meistens alleine in seiner Ecke und bellt die Hunde an. Die Hunde ignorieren ihn jedoch. Heute war er besonders forsch und hat sich zu einer Gruppe dösender Hunde dazugesellt, um sie anzubellen. Und kein einziger dieser Hunde hat zurückgebellt. Nicht einer! Er wurde einmal kurz müde angeblinzelt und Schluss war.
3. Überlebenstip: Wenn ihr hier in Peru weiterkommen wollt, dann müsst ihr Spanisch können
Ich dachte ja, so schlimm kann das ja nicht sein! Und ich kann jetzt sagen: Es ist noch schlimmer! Hier spricht absolut niemand gut Englisch. Oder überhaupt Englisch. In der Schule bin ich (neben zwei weiteren deutschen Freiwilligen, die aber noch nicht gut genug Spanisch sprechen, um zu unterrichten) die einzig Englisch sprechende Person. Kein Lehrer spricht sonst Englisch. Es gibt einen, der sich immer mit in die Klasse setzt, wenn ich unterrichte und fleißig mitschreibt.
Das schlimmste aber ist, dass die Schüler eben auch kein Englisch sprechen. Es gibt jeweils 4 Klassen von einer Stufe und ich habe 2 Stufen in Englisch zu unterrichten. Diese haben mindestens 40 Schüler. Und als ich am ersten Tag unterrichtet habe, war ich -gelinde gesagt- geschockt. Die Kinder konnten sich nicht vorstellen. Und unter "sich vorstellen" waren folgende Sätze gemeint (die übrigens an der Tafel standen): My name is, my favourite sport is, my favourite food is, I am ... years old.
Zwei von 40 brachten die Sätze mit Hilfe der Tafel zustande, die anderen haben einfach jedes Wort von mir wiederholt.
Ganz toll ist auch, dass sie Englisch aber auch nicht lesen können. Dass sie die Wörter entziffern konnten, musste ich die Lautschrift dazuschreiben.
Zum Beispiel: Mai neim is.... ai lif jere and i lof inglish. (My name is... I live here and I love Englisch!).
Ab da ging es dann besser, weil sie nur noch die Lautschrift gelesen haben. Sehr schlau.
Es gibt aber durchaus nicht wenige Menschen hier, die ihren Kindern aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen englische Namen geben. Ein Kind heißt Sean Paul (ich glaube, er wurde nach dem Sänger benannt). Er hat mir sein Namensschild gegeben, dass ich seinen Namen auf Englisch übersetzen kann und war schon ganz gespannt auf das Ergebnis =P Auf diesem Namenschild steht folgendes geschrieben: Yeannpool. Das ist sein Name Yeannpool! Die spanische Lautschrift... Auf jeden Fall steht in seinen Papieren Yeannpool, er wird überall mit Yeanpool unterschreiben und wahrscheinlich nie merken, dass man so diesen Namen einfach nicht schreibt.! Armer Yeannpool...
Hier ist auch ein Friseursalon, deren Besitzerin den schönen Namen Stefani trägt, aber die englische Version, die ist exotischer. Diese englische Version lautet: Stheffanyi. Ein wunderschöner Name.
Und erst heute bin ich auf dem Weg zur Post (der einzigen hier... für 1/2 Millionen Leute) an einem Biuticenter vorbeigekommen. Ein Bus hier trägt den Namen The boy crazy und auf einem Mototaxi ist ein Schild angebracht: Mens works Sehr spannende Sachen, die man hier findet.
4. Überlebenstip: Sich als Mädchen auf keinen Fall in den falschen Gegenden herumtreiben.
Vor kurzem bin ich zur Kircher gelaufen, um mich mit einer Freundin zu treffen. Dann kam aus einem Park ein Gepfeife und "I love you" und auch unanständige Sachen, die sich alle auf mich bezogen hatten. Ich bin zwar nicht blond und falle auch in Lima nicht auf, hier aber schon, da hier restlos alle Mestizen (Mischung aus Ureinwohner und Europäern) oder Indígenas sind. Da wird mir dann auch schon mal "Hello. How do you?" hinterhergebrüllt. Das ist das einzige Englisch hier benutzt und wird anscheinend als Anmache für ausländische Frauen benutzt. Heute war ein Familienvater mit seinem Kind vor der Haustür und hat mir 3 oder 4 Mal hintergepfiffen. Ziemlich krasse Sache.
5. Überlebenstip: Wenn man auf Ruhe steht, ist man hier falsch und sollte viiiiiiiiiele Ohropax dabei haben.
Ich habe es noch nie leise erlebt. Man muss sich das so vorstellen: Hier ist alles ziemlich hellhörig, da nicht unbedingt alle Leute alle 4 Wände vollständig geschlossen haben. Im Hintergrund ist immer das Gebelle von den Hunden zu hören. Nachts ist das ziemlich laut, da sie da erst richtig in Fahrt kommen. Zum weiteren Hintergrundgeräusch gehört das ständige Gehupe von den Straßen. Hier wird eigentlich immer gehupt, unter anderem auch, wenn ein Mototaxi oder ähnliches frei ist. Da aber quasi jedes Auto hier ein Taxi ist , wird ständig gehupt. Aus den Bussen werden die ganze Zeit die Haltestellen rausgeschrien und natürlich muss die Nachbarschaft auch noch Musik hören. Ein Nachbar von mir hört jeden Tag ein Lied rauf und runter und am nächsten Tag ein anderes. Irgendeiner meiner Nachbarn hat ein Huhn und ein Schaf, die ich beide noch nie zu Gesicht bekommen habe, aber immer höre. Das Huhn ist besser gesagt ein Hahn und der fängt - ohne Witz - um 3 Nachts an, zu krähen. Aus voller Kehle!!!! Um sieben morgens ist er dann müde und hört auf.
Gestern Nacht bin ich wirklich fast verzweifelt. Ich habe mich gerade gemütlich in mein Bett gelegt, dem Rieseschimmelfleck neben meinem Bett Gute Nacht gesagt und dann ging es von drüben los: Ein neues Supermariospiel für den Fernseher hat es gegeben, für meinen Nachbarn. Und das musste natürlich gleich ausprobiert werden. Nachts um 12!!!! Aber man kann nichts machen und muss schlafen. Und so schläft man.
Ja, das wars jetzt auch schon wieder von mir. Ich melde mich beldmöglichst!
Grüße, die Eine
4 Kommentare:
Hey Chrissi!
Die Überlebenstips sind echt genial, musste ziemlich oft lachen. Vorallem wegen Yeannpool :D
Echt cooler Blog, ich freu mich schon auf weitere Einträge ^^
Machs noch gut in Peru und pass auf Dich auf (Mototaxis und so ;))
Viele liebe Grüße
Simone
Yeannpool
so nennt man sein kind doch nich
des hört sich an wie was chinesisches zum essen oder ne neue geschlechtskrankheit :D
ich vermiss dich mein lieblings Phossel
peace Maximilian Der Übrig gebliebene
hei hei! nachreichten von meinem lieblings BUUUSCH!!!!!
Hahahahahah
hab mich auch totgelacht, aber vorallem weil sich unser Wohli,wenn er deine Rechnung mit der durchschnittsanzahl der Hunde pro minute, sehen würde wohl auf der stelle die kugel geben würde!
Hoff bald wieder von dir zu hören!
außerdem muss mir mal einer das mit den profilen verklickern...... check ich net, aber dann bin ich eben "Anonym"...
dicke kussis
Anja
hallo meine anonyme Anja,
Ich hab dann auch gemerkt, dass ich da gerade einen ziemlichen Stuss zusammengerechnet habe... Aber dann hab ich gedacht, lass ich das doch!!! Ich mein, ich kann ja kein Mathe, das darf auch ruhig jeder wissen!!!
Aber nocheinmal: Pro Minute laufen hier 1,6 Hunde durch die Gegend... Glaub ich. Bei Verbesserungsvorschlägen einfach melden!
Die Eine
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