die Eine plaudert aus dem Nähkästchen
Heute zum Thema "Pünktlichkeit"
Ja, ich weiß, dass ich nicht unbedingt zur pünktlichsten Sorte der Menschheit gehöre. Aber hier hat das mit dem Thema "Unpünktlichkeit" oder "einfach gar nicht kommen" schon etwas andere Ausmaße als in Deutschland.
Es gibt hier sehr wohl Leute, die sehr pünktlich sind, so ist es auf keinen Fall, dass hier alle unpünktlich sind. Man kann sich auch fast immer auf ihre Pünktlichkeit verlassen.
Aber es ist schon sehr auffällig. Eigentlich wartet man immer. Sehr interessant fand ich das in meiner ersten Reunion der Gemeinde, da war die Rede von Marineratänzern, die eben ein bisschen tanzen sollten. Ist ja eine schöne Sache, jedoch kam dann irgendwann das Thema darauf zu sprechen, was man denn macht, wenn sie zu spät kommen, oder einfach gar nicht! Ich war schon etwas amüsiert, dass sich hier die Menschen wirklich Sorgen machen, was man denn dann machen sollte, wenn Leute, die auf dem Programm stehen einfach nicht aufkreuzen.
Aber es ist schon sehr auffällig. Eigentlich wartet man immer. Sehr interessant fand ich das in meiner ersten Reunion der Gemeinde, da war die Rede von Marineratänzern, die eben ein bisschen tanzen sollten. Ist ja eine schöne Sache, jedoch kam dann irgendwann das Thema darauf zu sprechen, was man denn macht, wenn sie zu spät kommen, oder einfach gar nicht! Ich war schon etwas amüsiert, dass sich hier die Menschen wirklich Sorgen machen, was man denn dann machen sollte, wenn Leute, die auf dem Programm stehen einfach nicht aufkreuzen.
Es kann aber auch anders gehen. Schwester Karina hat mir erzählt, dass sie in der Kirche auf ihre Jugendlichen gewartet hat, die sich auf die Firmung vorbereitet haben. Anscheinend seien sie einfach nicht gekommen. Das fand ich ja jetzt erstmal nicht so schlimm, ich meine, dass kann ja schon mal passieren. Als sie mir dann aber erzählte, dass an diesem Tag die Firmung war und absolut niemand da war, wusste ich nicht genau, ob ich lachen oder doch lieber weinen sollte. Ich entschied mich spontan für lachen ...Da kommen die Jugendlichen einfach nicht zu ihrer Firmung. Wie sich im Nachhinein dann herausstellte, lagen so gut wie alle noch im Bett und schliefen.
Am Besten sagt man einfach: Seid um 14: 00 Uhr da, keine Minute später. Dann kann man im Normalfall um 15:00 Uhr anfangen.So macht das Schwester Jacci übrigens immer. Die schreibt auf Einladungen immer eine Stunde oder eine halbe Stunde früher drauf, dass man dann einigermaßen pünktlich anfangen kann. Das ist einfach so... daran muss man sich gewöhnen. Problem dabei ist aber, dass die Leute wissen, dass die Uhrzeit, die auf der Einladung nicht die Uhrzeit ist, an der angefangen wird.
Gestern war ich auf einer Hochzeit von einem Bekannten, den ich eigentlich nur deshalb kenne, weil er geheiratet hat =) (Es war soooooooo romantisch... hab fast den Brautstrauß gefangen... *hihi*) Auf jeden Fall habe ich in einer anderen Gemeinde in dem Chor ausgeholfen, der sich gebildet hat, um bei der Hochzeit zu singen. Ein sehr netter Haufen und normalerweise auch mehr oder weniger pünktlich. Glaub ich.... aber ich bin immer zu spät gekommen =) Aber immer entschuldigt, oder es war nicht meine Schuld! (Nur, dass das klar gestellt ist!) Auf jeden Fall wurde ausgemacht, dass wir uns am Tag der Hochzeit um 19:00 Uhr in der Kapelle treffen, um uns einzusingen und die Generalprobe zu machen. Ich sagte im Voraus einfach schon, dass wir uns um 18:30 Uhr treffen sollten. "Ja, um 18:30 Uhr." Hecho!
Ich fragte daraufhin meine Freundin, wann ich denn bei ihnen aufkreuzen sollte, dass wir zusammen zur Generalprobe gehen könnten. Sie meinte: "Ja, zwischen halb sieben und sieben in dem Fall!" (?!?) Also machte ich mich um kurz nach halb sieben mit meinen Kleid und meinen Schuhen im Gepäck fertig geschminkt und Haare gerichtet auf den Weg zum Haus von Meche (meine Freundin), kam dann auch ein paar Minuten später an. Als ich eintrat, war Meche noch nicht umgezogen (sie wollte aber auch später gehen, da sie nicht im Chor mitsang) und von ihren zwei Schwestern, die im Chor sangen, war noch keine Spur. Also sprang ich schnell ins Bad, um mich umzuziehen. Nach 3 Minuten war ich fertig, um aufzubrechen. Da hatte ich aber die Rechnung mit meinen drei anderen Damen gemacht, die sich gerade noch fleißig am Richten waren. So wartete ich, packte zusammen mit der Mutter das Hochzeitsgeschenk ein, saß auf dem Stuhl, drehte Däumchen, bewunderte die Wespentaille von Jenny, die plötzlich hektisch aus dem Zimmer rannte, irgendetwas Unverständliches sagte, in das "Schminkzimmer" rannte, mit einer Karte herauskam und sie auf das Geschenk legte, um dann wieder in dem Zimmer zu verschwinden. Ich klopfte an die Tür, trat ein und vier Mädels waren darin, drei darin umgezogen, mit Schminkzeug und allem Möglichen, eine mit den Haaren aller drei gleichzeitig beschäftigt. Meche zeigte hektisch auf die Uhr und meinte: "Chrissi, schau, wie spät es ist!" Es war zu diesem Zeitpunkt 20 vor 8... also noch 20 Minuten zum Gottesdienst! Ich rief nur: "Apúrense!!!" (Beeilt euch!) und wurde nervös, weil ich eigentlich noch ein Solo üben sollte, dass ich noch nie davor auf der Gitarre gespielt habe.
Um 10 vor 8 waren Jenny und Giuliana (die zwei vom Chor) dann fertig, wir sprangen in das Mototaxi, das ihr Vater bestellt hatte und düsten zur Kirche. Jenny richtete derweil noch Giulianas Haar, während Giuliana und ich uns einsangen. Der arme Taxifahrer, sag ich nur.
In der Kirche angekommen, trafen wir auf die Hälfte der Männer, die im Chor mitsangen. Es war übrigens 5 vor 8, die Kirche wurde gerade noch ein bisschen geputzt und es waren genau zwei Gottedienstbesucher da! Ich meine, ich bin es gewohnt, bei großen Veranstaltungen eine halbe Stunde vorher in der Kirche zu stehen, um noch einen Platz zu bekommen. Und hier war tote Hose. Auf die Frage hin, wo die anderen denn seien, sagten die Jungs, dass noch niemand da wäre. Aber man könnte doch jetzt noch schnell üben. So fingen wir an zu üben, um halb neun kreuzte Liz (die Hauptsängerin) auf. Und wir probten noch ein bisschen, um zehn nach halb neun traf dann endlich Héctor (der Bräutigam) begleitet von der Europahymne ein, zu diesem Zeitpunkt war die Kirche auch schon gefüllt. Um zwei vor Neun war es dann endlich so weit: Ampora (ich glaube, so hieß sie... ich hatte sichtliche Probleme mit dem Namen) schritt in die Kapelle!
So geht das hier ständig, von meinen 40 Minuten Englischunterricht einer Klasse gehen bei einer Lehrerin immer 20 Minuten verloren, da sie erst dann kommt, um aufzuschließen. Weitere 10 Minuten gehen in einem Gewimmel von Schülern unter, da die sich erst dann in das Klassenzimmer bewegen. Und es tut ihnen nicht einmal Leid! Vielleicht bekomme ich sie noch umerzogen! =) Wer weiß...
Also, mit allerliebsten Grüßen,
die Eine
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