Mein Leben in Kürze


Jetzt bin ich tatsächlich schon geschlagene 11 Wochen – also ganze zwei Monate hier in Villa el Salvador und kann es selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit doch verging. Musste zur Sicherheit nochmal zweimal im Kalender nachrechnen, ob sich da in meinem Kopf nicht irgendwas verheddert hätte und ich erst 4 Wochen hier wäre oder so. Aber auch mein Kalender flüsterte mir das gleiche Ergebnis und ich bin ganz baff, dass ich jetzt schon so lange von zu Hause weg bin.


In diesen zwei Monaten habe ich hier so einiges erlebt. Zum einen Wahlen, wegen denen es auf den Straßen immer unruhig war. Jetzt ist einigermaßen erträglich. Zum anderen habe ich live ( zu erträglicher Stunde) die Rettung der chilenischen Bergleute mit verfolgen können, ich habe schon miterlebt, wie es sich anfühlt, beklaut zu werden: Wenn man Glück hat, spürt man nämlich absolut nichts! Auch zwei kleinere Erdbeben habe ich schon hinter mir. Eine Tsunamiwarnung (hat mir eine Freundin erzählt, dass es irgendwo an der Küste einen Tsunami geben sollte… war dann Gott Sei Dank doch nichts!), den internationalen Tag des Friedens, der Frühlingsanfang…Und den Monat des Señor de los Milagros, natürlich.
Oktober ist der Monat des Señor de los Milagros (Der Herr der Wunder) und ganz Peru scheint Kopf zu stehen. Beim Señor de los Milagros handelt es sich um ein Bild, das von einem schwarzen Sklaven im Zentrum Limas gemalt worden ist. Es zeigt den gekreuzigten Christus zusammen mit Maria und Johannes. Dieses Bild hat – um es in Kurzfassung zu sagen –zwei schlimmere Erdbeben hier unbeschadet überlebt, bei denen sonst nichts anderes im Umkreis stehen geblieben ist. Und so wird dieses Bild hier verehrt. Ich glaube, auf eine echt südamerikanische Art und Weise. Nachbildungen werden in riesigen Prozessionen – oder auch kleineren durch die Straßen getragen und an Kapellen, Schulen oder Ähnlichem wird halt gemacht. Was auch aufgrund der Größe und des Gewichts bitter nötig ist. Die Auffassung der Menschen dabei ist wirklich sehr interessant: Der Senor de Milagros kommt heute hier und hier hin. Sie reden wirklich vom Herrn, und nicht von dem Bild. Dort wird dann gebetet, die Kinder und Andachtsgegenstände werden gesegnet und an die Männer, die tragen, wird etwas zur Stärkung ausgeteilt. Und so geschieht das an den Prozessionstagen von morgens um 8, bis abends um 11. Da die Männer vollends damit beschäftigt sind, das Bild und den ganzen Schmuck zu schleppen, laufen die Frauen davor mit Weihrauch, andere wiederum singen Litaneien und eben andere bittende Lieder. Einige Frauen tragen den ganzen Monat ihren Habit, der zeigt, dass sie aus einem Versprechen heraus zum Beispiel nicht tanzen oder so etwas. Also ist der Monat Oktober auch der Monat des Fastens und ähnlicher Dinge.
Ich war jetzt zwei Mal auf einer solchen Prozession. Das erste Mal war es am Tag, das zweite Mal in der Nacht. Beides mal kamen sie zu spät: Erst zwei Stunden, dann vier. Es ist aber wirklich der Hammer, was für ein Vertrauen die Menschen hier in den Señor de los Milagros haben. Da laufen alte Leute, die kaum mehr ohne Krücken laufen können den ganzen Tag hinter dem Bildnis her und beten. Oder die Männer, die das Bild tragen – das wohlgemerkt 1000 Kilo wiegt! – und das den ganzen Tag. Zwar schichtweise, aber nach den Gesichtern zu deuten, ist das trotzdem mehr als anstrengend. Aber das ist eben hier die Art, zu beten. Auf einer Prozession gab es dann einen Gegenaufmarsch der Mormonen, der aber unter der riesigen Menge der Katholiken leicht untergegangen ist.


Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die ersten paar Wochen hier doch ziemlich mit verschlossenen Augen durch die Gegend gelaufen bin. Irgendwie war ich der Meinung, dass es den Menschen hier doch nicht so schlecht geht, dass das im Großen und Ganzen eigentlich ein einfacheres Leben ist, als es in Deutschland der Standard ist. Aber in den letzten zwei Wochen hat sich dieses Bild doch grundlegend geändert.
Wenn man will, dann kann man an dieser Armut hier sehr gut vorbeischauen, da es augenscheinlich fast alles in den Läden zu kaufen gibt und auch die Leute penibelst auf ihr Äußeres achten, dass man kaum meinen könnte, dass man es mit wirklich armen Leuten zu tun hat. Auch, wie die meisten Leute hier bereit sind, zu teilen. Ich bekomme eigentlich immer in der Schule ein Geschenkchen. Einmal eine Mandarine, dann wieder Kekse oder einen Schlüsselanhänger. So bin ich hier doch die ersten Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die ersten paar Wochen hier doch ziemlich mit verschlossenen Augen durch die Gegend gelaufen bin. Irgendwie war ich der Meinung, dass es den Menschen hier doch nicht so schlecht geht, dass das im Großen und Ganzen eigentlich ein einfacheres Leben ist, als es in Deutschland der Standard ist. Aber in den letzten zwei Wochen hat sich dieses Bild doch grundlegend geändert.
Wenn man will, dann kann man an dieser Armut hier sehr gut vorbeischauen, da es augenscheinlich fast alles in den Läden zu kaufen gibt und auch die Leute penibelst auf ihr Äußeres achten, dass man kaum meinen könnte, dass man es mit wirklich armen Leuten zu tun hat. Auch, wie die meisten Leute hier bereit sind, zu teilen. Ich bekomme eigentlich immer in der Schule ein Geschenkchen. Einmal eine Mandarine, dann wieder Kekse oder einen Schlüsselanhänger. So bin ich hier doch die ersten Wochen etwas mehr als blind durch die Gegend gelaufen. Vielleicht liegt es aber auch unter anderem daran, dass hier sehr viele Kinder und vor allem Frauen übergewichtig sind. Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach an der riesigen Menge Zucker, die sie jeden Tag zu sich nehmen. Hier ist alles gezuckert und die Limonaden schmecken alle wie aufgeweichte Gummibärchen. So leiden hier sehr viele Menschen an zu einseitiger Ernährung und zu viel Zucker. Auch die Zähne der Kinder sind sehr oft von Karies ganz zerfressen.

 Ich glaube, der Punkt, an dem ich festgestellt habe, dass es hier wirklich arm ist, war, als ich eines abends um 19 Uhr vom Arbeiten kam, an der Schule, in der ich arbeite, ausstieg und mich gerade auf den Weg zu Messe machen wollte, als mich von hinten etwas an stupste. Ich blickte in das Gesicht von einem meiner größten Problemkinder, das absolut nie das macht, was man vom ihm will und mich anstrahlte. Ich fragte es, was es denn hier um die Zeit noch machte, da die Schule schon über eine Stunde aus war und Kinder, wenn es dunkel ist (hier ist es gegen 6 Uhr schon dunkel) alleine nicht mehr unbedingt auf der Straße sein sollten. Zumindest nicht so weit weg von ihrem zu Hause. Es wartete noch auf seine Mutter (ich habe jetzt herausgefunden, dass er immer so lange warten muss.) Also blieb ich da, um mit zuwarten. Da ich total Lust auf meine Lieblingskekse hatte, und wir gerade vor meiner Lieblingsbäckerei waren, fragte ich das Kind, ob es nicht auch Lust auf Kekse hätte. Da schaute es mich mit großen Augen an, schaute auf die Brotauslagen und die Kekse und sagte dann: "Nein, lieber Brot!" Und wie plötzlich die Augen leuchteten! Wenn man bedenkt, das Brot hier wirklich billig ist, ist das wirklich traurig. Ich hab mir dann den ganzen Abend überlegt, ob ich mit 7 Jahren auch die Süßigkeiten abgelehnt hätte und dafür Brot genommen hätte. Ich glaube nicht!
Seit diesem Abend gehe ich mit sehr viel offeneren Augen durch Villa el Salvador, aber auch durch Lima. Ich sehe immer mehr, wo ich gerade lebe. Und ganz ehrlich, im Augenblick bin ich froh, dass ich Deutschland nicht vor meinen Augen habe, um immer zu vergleichen. Ich finde es schon immer ungerecht, wenn ich durch eine bessere Gegend Limas fahre, die großen schönen Häuser (die mir in Deutschland nie aufgefallen wären!) sehe, die riesigen Fast Food Ketten an jeder Ecke und die unglaublich teuren Einkaufszentren, in die ein armer Mensch nicht einmal einen Fuß stellen kann. Von den reichen Gegenden will ich gar nicht anfangen.Ich sehe nachts diese überwältigend vielen Straßenlaternen, welche die Berge erleuchten und es gibt mir immer einen kleinen Stich, wenn ich dieses Bild sehe und egal, in welche Richtung ich mich drehe, sehe ich das gleiche Meer von Lichtern. Jedes Licht erhellt den Platz von drei oder vier Häusern, in jedem Haus leben oft Großfamilien dichtgedrängt, ohne jeden Luxus und jede dieser Familie hat ihr eigenes Schicksal – geprägt von Armut, harter Arbeit und Ausbeutung auf Seiten der Arbeitsgeber. Wenn es überhaupt einen Arbeitgeber gibt…Und doch sind gerade diese Menschen so freigiebig und so herzlich. Zwar sind hier alle Türen an den Häusern verriegelt, da jeder Angst vor Raubbanden hat, aber sobald man mal einen Menschen gegrüßt hat, ist er doch sehr offen und man wird auch hin und wieder eingeladen. Und es ist den Menschen so unglaublich wichtig, dass die Einladung angenommen wird, dass ich es nicht übers Herz bringe, abzusagen.


Meine Arbeit


Langsam aber sicher ist bei mir doch der Alltag eingekehrt. Ich habe meine Arbeitszeiten, die Plätze, an die ich auch relativ selbstständig hinkomme, jeder Tag ist voll mit Aktionen, aber im Augenblick liebe ich es, so voll, wie es ist! Montags bin ich in der Behindertenschule, die ich immer anders finde. Manchmal einfach unglaublich anstrengend, wenn die Kinder wieder total aufdrehen, um sich schlagen und Krach machen. Auf der anderen Seite sind die auch so süß, wenn sie mit mir spielen wollen. Ich komme nur mit den Erziehungsmethoden nicht so wirklich klar. Die Erzieherinnen mach meiner Meinung nach eher einen halblebigen Job, da die Kinder sehr oft einfach unbeschäftigt sind, aber – aus was für einem Grund auch immer - keinen Krach machen sollen, sondern ruhig an ihren Tischen sitzen. Aber in meiner Gruppe sind das Kinder von 7 Jahren. Auch Kinder, die nicht behindert sind, können da nicht ruhig sein! Dafür lieben es die Kinder, draußen zu sein, an den halb zerfallenen Spielgeräten zu spielen und durch die Gegend rennen können.
Am Nachmittag unterrichte ich dann Englisch in Colegio. Mit der Zeit respektieren mich die Kinder und machen zwar ihre Hausaufgaben noch nicht oder sind gar pünktlich, dafür sind sie aber mittlerweile ziemlich schnell ruhig, wenn es mir zu laut ist. Wenn gar nichts mehr hilft, dann kann es auch gut sein, dass mal ein Brüller losgelassen wird, worauf dann immer alle Kinder ziemlich erschrocken schauen. Ich glaube mit einem solchen Organ von Stimme, wie ich es besitze, haben sie nicht gerechnet. Und wenn ich dazu keine Lust habe, weil das auf Dauer echt anstrengend sein kann, dann knallt mal ein Stuhl auf den Boden (also, schon auf seine 4 Füße), das ist am effektivsten, habe ich rausgefunden.
An der Tatsache, dass manche Lehrer kein Interesse daran zeigen, mir im Unterricht zu assistieren, hat sich nicht geändert. Und so sitze ich mit meinen doch noch sehr ausbaufähigen Spanischkenntnissen im Unterricht und wenn ein Streit oder Ähnliches ausbricht (was jede Stunde mindestens zweimal vorkommt), dann sage ich einfach immer, dass mich das alles nicht die Bohne interessiert und dass sie sich bitte nicht benehmen sollten, wie Kleinkinder. Und bis jetzt hat das auch immer gezogen.
Darauf folgt um 8 Uhr abends eine Krippenspielprobe, in der ich eine Katze bin, und seit dieser Woche endlich mein Ehemann feststeht, da der unbedingt größer sein musste, als ich und so jemand anscheinend gar nicht so leicht zu finden war! Um 9 Uhr abends gehe ich dann noch in eine andere Gemeinde, da ich in einen Chor eingeladen worden bin, der auf eine Hochzeit am 13. November probt. Und da die alle so schön singen und so tolle Lieder haben, konnte ich auf keinen Fall "Nein" sagen.


Dienstags bin ich in der Behindertenschule, danach
helfe ich im Colegio in der zweiten Klasse.
Da bin ich dazu übergegangen, drei Kindern, die alle nicht lesen können (ich wiederhole: 2. Klasse!!!), Stützunterricht im Lesen zu geben.
Abends gebe ich dann im Zweiwochenrhythmus Gesangs – und Gitarrenunterricht. Das klappt eher schlecht als recht, da 70 Prozent meiner Chormitglieder nicht singen können! Oder gar einen Ton halten. Aber vielleicht ist es nur, weil sie ungeübt sind… Mal schauen, was die Zeit so bringt.


Mittwochs habe ich morgens frei, um zu waschen (sehr wichtig: Regelmäßig waschen, da man sonst – was mir schon passiert ist – keine dem Wetter angepasste Kleidung mehr besitzt und in Sommerröcken durch die Gegend laufen muss.), Englisch vorzubereiten, oder eben Berichte zu schreiben.
Nachmittags gehe ich dann zu Deporte y Vida, um Englischnachhilfe zu geben, oder mit einer Unmenge von Kindern zu spielen. =) Da bin ich immer sehr gerne, da ich einfach nur spiele oder schaue und ab und zu den Kindern in Mathe helfe! Englischnachhilfe habe ich erst zweimal gegeben, da die Kinder nie ihr Zeug dabeihaben. Aber offiziell bin ich Englischlehrerin dort. Es kann aber gut sein, dass ich zwei Stunden am Stück Namen übersetzen muss, oder was das Wort heißt und jenes.
Ich gehe sehr gerne nach Deporte y Vida, da ich nicht die ganze Zeit der Animator bin, sondern einfach nur da bin, um da zu sein. Aufgefallen ist mir, dass in der Schule immer die Mädchen in Scharen um mich herum stehen, in Deporte y Vida sind es mehr Jungs.
Abends ist dann noch Messe, Krippenspiel und ein bisschen Plausch halten.


Am Donnerstag bin ich den ganzen Tag in
dem Tutorenprogramm für lernschwache
Kinder, wo ich zur Zeit Origami mit den Kindern mache, um ihre Motorik zu schulen. Ich liebe Donnerstage! Da mache ich zwar den ganzen Tag das Gleiche, aber das Tutorenprogramm gefällt mir sehr gut. Wie mit den Kindern umgegangen wird, und dass man nach zwei Wochen schon sieht, dass sie wirklich Fortschritte gemacht haben. Außerdem mag ich die zwei Psychologinnen, die das Ganze leiten, total gern, so dass es immer sehr lustig ist.

Freitags bin ich morgens wieder im Colegio, nachmittags in Deporte y Vida und abends gebe ich der Tochter der Leiterin von Deporte y Vida Englischunterricht.
Jeden Tag mehr, den ich hier verbringe, bringt mich manchen Erkenntnissen etwas näher. Die erste Erkenntnis war wohl, dass der Verkehr hier absolut gefährlich ist! Ich habe zwar einen internationalen Führerschein, bin aber gottfroh, dass die Schwestern kein Auto besitzen und ich so nie in die Lage kommen werde, einmal hier hinter dem Steuer zu sitzen! Heute habe ich einen Zusammenstoß eines Mototaxis und eines Kleinbusses mit ansehen müssen, da der Mototaxifahrer der Meinung war, er könnte ja auch einfach ein Stückchen gegen den Verkehr fahren. Das Ende vom Lied war, dass das Mototaxi sich überschlagen hat und eine Tür abgebrochen ist. Ich habe aber niemand ernsthaft Verletzten gesehen. Gott sei Dank.Ich dachte ja immer, dass die Leute hier in einem Mordstempo durch die Gegend heizen. Bei genauerem Beobachten der Tachoanzeigen ist mir aber aufgefallen, dass sie nie viel schneller als 50 fahren. Also zumindest in Villa El Salvador. Wobei ich da auch nicht so darauf bauen würde. Bei einem Taxifahrer, habe ich auch sehr misstrauisch auf die Tachoanzeige geäugt, als wir verdächtig schnell durch Villa el Salvador gefahren sind. Und diese zeigte 0 km/h an! Da kann man mir ja erzählen, was man will, ich glaube kaum, dass das die richtige Geschwindigkeit war.
Da ich eben in einem Armenviertel bin, ist es hier auch mit der Vorsicht ein bisschen wichtiger, als ich das gewohnt bin. Wenn ich hier durch die Straßen laufe, wird mir nach wie vor noch ziemlich viel nachgepfiffen. Mercedes, eine Freundin, hat mich an einem Tag mal gefragt, ob das immer so ist, als sie mit mir durch die Gegend gelaufen ist. Als ich das bejahte, hat sie gemeint, dass das bei den anderen Freiwilligen nie ganz so schlimm war. Sie kam zu dem Schluss, dass das wahrscheinlich an meinen Haaren liegen würde. Sie nennt meine Haare übrigens Brocoli - oder Blumenkohlhaare... Na vielen Dank auch!
Dann hätten wir jetzt.: Buschkopf, Schafhaar, Mufasa und Brocolikopf oder Blumenkohlkopf...

Mittlerweile sind übrigens beinahe alle zu dem Schluss gekommen, dass ich auf keinen Fall Deutsche sein kann. Anfangs fand ich es immer sehr angenehm: Da habe ich gesagt, ich sei Deutsche, die Leute haben nett gelächelt und haben nicht weiter gefragt: "Und deine Eltern???". Das fand ich immer sehr entspannend. Aber jetzt frägt mich beinahe jeden Tag jemand, ob ich denn wirklich Deutsche wäre. Angefangen hat das mit unserem Pfarrer, als er mich das erste Mal gesehen hat: "Du bist Deutsche??? Komisch, du siehst gar nicht so aus!" Dann kam eine meiner Mitarbeiterinnen im Tutorenprogramm: "Crist, bist du wirklich Deutsche? – Echt? – Du erscheinst gar nicht so Deutsch. Du bist viel verrückter und lachst mehr… und außerdem siehst du auch nicht so aus!"
In der Behindertenschule gibt es ab und an auch mal französische Freiwillige. Als ich nun in eine Gruppe gekommen bin, hat mich gleich die Erzieherin gefragt, was denn "Guten Tag" auf Französisch heißt. Ich war in diesem Augenblick total überfordert mit den beiden romanischen Sprachen und fragte sie, warum sie denn das wissen will. "Ja, weil du doch Französin bist!" Es gibt auch eine Erzieherin, die mir jedes Mal verklickert: "Es ist total verrückt, du bist zwar Deutsche, scheinst aber eher französisch zu sein." Eine andere meinte zu mir: "Dein Gesicht ist französisch, aber deine Haare sind spanisch."
Und zu guter Letzt ist die Gastmutter meiner Tübinger Freunde der Meinung, ich hätte einen französischen Akzent!

 Naja, da kann ich jetzt auch nichts machen. Wie ihr seht, geht es mir hier prächtig. Jetzt fehlt nur noch schönes Wetter und ein paar Grade mehr könnten es ohne Weiteres sein. Dann ginge es mir noch besser!
Allerliebste peruanische Grüße mit französischem Akzent wünscht die Eine
























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