Die Eine plaudert aus dem Nähkästchen
Heute zum Thema "Sand"
Der Sand hier ist allgegenwärtig. Er liegt nicht nur auf den Straßen ( wenn man die nichtbebauten Flächen zwischen den Häusern so bezeichnen kann), nein er ist einfach überall. Sand, Sand, Sand, Sand!!! Überall. In der Nase, in den Augen, zwischen den Zehen, unter den Fingernägeln, in den Ohren, in den Kleidern, in den Schuhen, im Zimmer, vor dem Haus! Man wird ihm einfach nicht Herr! Es gehen hier komischerweise alle Kameras kaputt. Was glaubt ihr, was ich glaube, woran es liegen könnte??? Genau! Am Sand.
Nun ist das aber alles kein besonders schöner Sand, nein. Viel besser. Es ist von Hundekot und Urinspuren verseuchter Sand, in dem man gelegentlich noch irgendwelche Knochen findet - oder dergleichen. Das bedeutet, der Sand ist einfach nur ekelhaft. Die Hunde sind hier sowas von denaturalisiert, dass es sie einen feuchten Kehrwisch kümmert, wo sie jetzt ihr Geschäft ablassen. Wo man muss, da muss man schließlich. Punkt und basta! Das kann mitten auf der Straße sein, oder in einem stilleren Örtchen. Wo, wann, wie - das ist egal. So muss man schon sehr aufpassen, dass man nicht aus Versehen einmal nicht den Sand trifft, sondern eben die Hinterlassenschaften!
Wenn sich jemand in Deutschland über die Kehrwoche aufregen sollte, dann kann er hier gleich weitermachen. Kaum hat man einen Flecken abgestaubt, fällt einem auf, dass der Ort, an dem man doch gestern schon eine halbe Stunde beschäftigt war, um diesen zu entstäuben, genauso aussieht, wie noch zuvor. Vielleicht sogar noch schlimmer, da der Staub jetzt Platz gefunden hat, sich noch irgendwo dazuzugesellen. Wenn man dreimal am Tag durchkehren würde, könnte man jedesmal traktorenweise den Sand rausbaggern, da er einfach immer da ist. Einen Schulraum bei geschlossenem Fenster durchzukehren, gilt als Suizidversuch. Denn dann wirbelt man den ganzen Staub so auf, dass der einem den Atem nimmt.
In den Haaren Sand, auf den Füßen Sand, in Hautfalten Sand, zwischen den Zähnen Sand. Wenn es wärmer wird, dann wirbelt es diesen sogar noch auf - ja... und dann hat man den Salat. Hätte ich eine Hausstauballergie, ich, wäre hier verloren. Denn der sogenannte "Hausstaub" bezieht sich hier auf die ganze Umwelt, da Villa el Salvador eine Stadt ist, die auf einer mit Sand überzogenen Pampa gegründet wurde. =)
Wenn man Wäsche wäscht, dann schwimmt unten im Eimer immer noch ein bisschen Sand mit. Will man sich aufs Bett setzen, wäre es eigentlich erstmal von Nöten den Sand aus den Kleidern zu klopfen. Okay, das kann bei mir auch daran liegen, dass ich so viel mit Kindern hier spiele, wodurch man schon mal schnell auf dem Boden liegt.
Ganz toll wird es, wenn man hier in Sandalen - oder noch besser: In Sandalen mit Absätzen rumläuft.
(Um das mal kurz klarzustellen: Ich lauf hier nicht so tussig rum, musste mir aber "hohe" Schuhe (sagenhafte 3 Zentimeter Absatz) für das Kleid für die Hochzeitsfeier kaufen....). Das Verhängnisvolle an den Absätzen ist nämlich, dass sie sich in den Sand hineinbohren und es unglaublich unschön aussieht, wenn man dann versucht, ohne sein Gleichgewicht zu verlieren, die Füße wieder aus dem Sand herauszubekommen. Von Ladylike ist da wirklich gar nichts zu sehen.
Schuhe sind hier wirklich auch ein Thema für sich. Also, ich weiß nicht, wie es manche Leute - besonders Männer hinbekommen, dass ihre Schuhe einfach immer glänzen, dass sie ohne Weiteres als schwarzlackierte Leuchtchristbaumkugel durchgehen könnten. Also, wirklich! Ich hab selten solche glänzenden Schuhe gesehen. Sobald ich aber meine Schuhe frisch geputzt habe, sie anziehe, die Türe öffne, zwei Schritte nach vorne tue, habe ich das Gefühl, die ganze mühsame Arbeit wäre umsonst gewesen! Die Schuhe sehen einfach dreckig aus. Was mache ich nur falsch??? Vielleicht sollte ich sie jeden Tag aufpolieren... oder Ähnliches. Dann könnte der Sand nicht mehr haften.
Naja, die Moral von der Geschichte ist, dass ich hier wohl immer mit dem Sand leben muss. Ich werde ihn aber nie leiden können!!!
Sandische Grüße,
Die Eine
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