Hi,

ich weiß, dass es nun echt schon lange her ist, dass ich geschrieben habe, aber ich bin nur noch selten am Computer oder im Internet.

Ich bin also immer noch in Indien und fühle mich nun daheim. Anfangs musste ich immer über meine Zukunft in Deutschland nachdenken, nun beschäftigt mich eher, dass ich Indien wieder verlassen muss. Aber ich habe auf jeden Fall schon unvergessliche Erfahrungen gemacht und vertraue nun darauf, dass ich noch eine super Zeit hier habe.

In den letzten Monaten ist wieder einiges passiert! Ich versuch mal alles anzuschneiden!
Ich fang mal mit meiner ersten Saree Erfahrung an! Vor Weihnachten war ich beim Saree einkaufen! Nun kenn ich mich bestens aus, was es fuer Sarees gibt, wie sie sein sollten und welcher Stoff! So konnte ich es mir natuerlich nicht entgehen lassen eine Saree anzuziehen. Zwei Assistentinnen hatten dabei super viel spass mich zu schmuecken:


Huebsch oder?

Anfang Januar kam dann schliesslich Usha aus Amerika. Sie ist die grosse Schwester (akka) von Ramesh, unserem Brahmanen. Sie betreibt in den Staaten sehr viel Fundraising fuer die Arche und kommt jedes Jahr nach Indien, um ihre Familie zu sehen und nach der Arche zu schauen. Sie erschien mir recht freundlich und machte den indischen Bauarbeitern richtig Feuer unterm Arsch, was sich sonst bisher keiner getraut hatte.
Ramesh und Usha
In diesem Monat feierten wir am 14. Januar auch Pongel (das Erntedank-Fest von Tamil Nadu). Dazu gab es ein Prayer und anschliessend wurde suesser Pongel gekocht. Pongel ist ein Reisbrei, der gesuesst aehnlich wie Milchreis schmeckt. Das Fest ging insgesamt 3 Tage und waehrend dieser 3 Tage hatte ich noch eine weitere super Erfahrung.  ...
beim Pongel kochen
... Am zweiten Pongeltag ging Daniel (indischer Assistent) mit mir und Raphael aufs Dorf und zeigte uns seine heimat. Was ich vorfand ueberaschte mich. Sein Haus ist eine einfache Lehmhuette mit Dach aus Kokosnussblaettern, indem eine kleine Kueche ist und nur ein Bett steht. Hier leben aber seine Eltern, sein Bruder mit Frau und Kindern und noch andere Verwandte. Wieder mal in diesem Jahr erlebte ich eine ganz andere Seite von Indien. Das Dorf liegt abgelegen und es fuehrt nur ein ungeteerter Weg dorthin. Was man aber vorfindet ist auf jeden Fall sehenswert. Rund um das aus ca. 15 Haeuser bestehende Dorf gibt es fast nur Reisfelder. Im vergleich zur Stadt herrscht eine Stille und Gelassenheit, die einen sehr entspannt. Die Menschen kennen sich alle untereinander. Sie erscheinen aber trotz ihrem einfachen Leben sehr viel froehlicher und ausgeglichener als die Stadtmenschen. Wenn jemand Fremdes zu Besuch kommt, wird er freundlich empfangen und ueberall wird ihm essen angeboten. Ich freue mich ueber diese Erfahrung und seitdem versuche ich so oft wie moeglich aufs Land zu kommen. Erst gestern hat mich Raja, ein anderer Assistent, mit zu seinem Dorf genommen und auch dort konnte ich die Menschen und die Umgebung sehr geniessen.

Daniels Haus


Ansonsten hatten wir Ende Januar ein 10 taegiges Seminar, dass ich ebenfalls sehr geniessen konnte. Insgesamt kamen 17 Freiwillige aus Suedindien. Wir trafen uns in Trichy mit Father Xavier, der schon seit 13 Jahren in Deutschland bei den Steylern taetig ist, jedoch urspruenglich aus Trichy kommt. Wir hatten ein super Seminar mit vielen Erkenntnissen, schoenen Gespraechen und neuen Kontakten.

Neu ist nun auch noch, dass ich seit dem Seminar eine Glatze habe. Wir waren naemlich in dem Walfahrtsort Velankkani, wo der hinduistische Brauch uebernommen wurde, seine Haare zu opfern. Nur Markus und ich trauen uns nach langem Mut ansammeln zum Schneiden. Spaeter nahmen wir dieses Foto in einem Heim fuer HIV-Kinder auf und nannten es "Die drei Glatzen".

Soviel mal wieder aus Indien. Machts gut und schreibt mal was von euch!

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2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Määäääth...
das ist ja schön mal wieder was von dir zu hören :)
Aber gant ehrlich, ich bin etwas geschockt von der Glatze!!! Sieht ja mal ganz schön heftig aus. Ich find übrigens dein weißes Hemd steht dir besser wie das Saree...
Voll cool dass du auch die Landsleut kennen lernst und Zugang zur Unterschicht findest. Bei mir ist das ziemlich schwer, von den Verhältnissen hier schon beinah europäisch.
Also dann Jungspunt, pass auf dich auf ;)
Shalom,
Raphi

Jonathan hat gesagt…

Heyhey!
Freut mich von dir zu hören.
Die Eindrücke die du da gewinnst sind recht cool.
Hoffe de genießt deine Zeit dort auch!

Grüße aus good old germany

Jona

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