Neue Schusselgeschichten =)

Es ist wirklich sehr interessant! Ich glaube, ich bin wirklich schusselig! Also, in Deutschland habe  ich ja gedacht, das käme alles nur von dem Einfluss meiner Schwester oder meines Umfeldes... aber hier habe ich herausgefunden: DU BIST EIN SCHUSSEL!
Die Leute sind hier dazu übergegangen, mich "Rompecosas (die Alleszerstörerin), "Tiracosas" (die Allesfallenlasserin) "Pierdecosas" (die Allesverlierin) umgetauft. Ich hab mir sogar schon mein eigenes Lied geschrieben. Naja, leider hab ich sowohl die Akkorde, als auch den Text verloren, beziehungsweise vergessen.

Naja. Ich weiß gar nicht... wieso passiert mir immer alles? Also, zum Beispiel habe ich mit Batucada angefangen. Ich helfe da ein bisschen aus. Nichts Großartiges. Das erste Mal, als ich mitgespielt habe, hat danach ein Trommelschläger gefehlt. Ausgerechnet den, den ich natürlich hatte. Es hat sich herausgestellt, dass ich ihn im Sand liegen lassen habe. Als wir ihn wiedergefunden haben, war er von Bissspuren übersäht. Da hat sich eben ein Hund über ihn hergemacht. Na super. War mir leicht peinlich. Aber kann ja mal passieren.
Machen wir einfach mal weiter mit der Batucada. Wir hatten einen Auftritt auf dem Geburtstag von Shany, der Tochter meiner Chefin von Deporte y Vida. Ich nahm eine Tasche mit einer Bombo und Jonathan sagte noch so zu mir: "Pass auf, die gehen schnell kaputt!" Ich "Du kennst mich ziemlich schlecht, oder? Ich mach doch nichts kaputt!" Und - RUMPS - schlug die Bombo gegen eine Holzkante. Und hatte einen Riss. Ich natürlich: "Da ist nichts passiert. Das war schon." Aber irgendwie wollte mir niemand glauben. Dabei habe ich doch so überzeugend geschaut. Also schulterte ich die absolut riesige Tasche von einer Bombo, die mir nach kurzer Zeit von der Schulter zu rutschen schien. Schlau wie ich war, stellte ich sie ab und wollte sie mit ordentlich Schwung wieder aufsatteln, zog am Henkel, und mit richtig viel Schwung aus der Hüfte wollte ich dann die Tasche wieder auf meine Schultern bugsieren... der Plan war gut. Nur die Realität war, dass der besagte Henkel, an dem ich zog, dem Ruck nicht standhielt und riss.
Beim Auftritt hielt ich den Schläger kaum zwei Minuten in den Händen, mit richtig viel Schmackes auf die Bombo draufhauend, als sich plötzlich dieses Trommelkissen (oder wie das auch bezeichnet werden soll...) verabschiedete... zu allem Übel auch noch in einer Art Gulli. Es war nicht unbedingt lecker, das Ding danach wieder rauszuziehen. Aber naja, ich hab`s eben verbockt.
Grundsätzlich fliegt mir alles aus den Händen, ich renne überall dagegen, ob das jetzt ein Baum ist (von denen es absolut nicht viele gibt, deshalb bin ich nicht darauf gefasst, hier in der Wüste auf einen Baum zu treffen), oder im supermegaschicken Einkaufsladen ein Stapel von Büchern, der zwei Minuten, bevor ich den Laden betreten habe, noch kunstvoll zu einer Pyramide aufgestapelt war. Nach meinem Erscheinen war es eher ein etwas verkorkstes undefinierbares Etwas. Ja genau, das ist eine gute Beschreibung. Ein Etwas. Und ich lief mit hochrotem Kopf, am liebsten im Boden versinkend, aus dem Laden heraus.
In der Schule muss mir eigentlich immer irgendein Schüler aus der ersten Klasse, in der ich unterrichtet habe, meine Sachen hinterhertragen, weil ich nur die Hälfte mitnehme.

 TU ERES UN CASO! (Du bist ein Fall für dich!) Das bekomme ich hier regelmäßig zuhören.

Zum Beispiel auch mit Sachen Verkehrsmittel. Das ist immer besonders toll. Ich weiß nicht, wie ich es mache. Aber es passiert mir immer wieder. Ich steige grundsätzlich in den Bus ein, der im Stau stecken bleibt, der gegen einen Bordstein fährt, oder Ähnliches und sich deshalb um mindestens zwei Stunden verspätet. Auf Kurzstrecken wohlgemerkt =)
Ganz schlimm sind ja hier die "Chinos" (Chinesesen). Das ist ein Busunternehmen, die einen sehr rasanten Fahrstil draufhaben. Das liegt daran, dass sie immer in Eile sind. Deshalb achten sie auch nicht unbedingt darauf, dass alles Leute schon ein oder ausgestiegen sind, wenn sie schon wieder losfahren. Als ich eines Tages aus dem Bus aussteigen wollte, hatte ich einen Treckingrucksack auf dem Rücken und die Siebenmeilenstiefel von Jonathan in der Hand. Nein, in beiden Händen ein Siebenmeilenstiefel. So habe ich gerade versucht, mich aus dem Bus rauszukämpfen, als plötzlich die Tür zugeht, Da war ich aber noch mit dem Rucksack im  Bus und ein Siebenmeilenstiefel noch zur Hälfte. Und - zack! fährt dieser Busfahrer los und zieht mich ein paar Schritte mit. Ich weiß gar nicht, wie ich es geschafft habe, aber mir ist nichts passiert, ich lag nur auf der Straße, ein Siebenmeilenstiefel auf mir, der andere ein bisschen weiter vorne und es wurde nichts im Bus gelassen.
In meinem Urlaub in der Karwoche war ich in Chavín. Dieser Ort ist sehr bekannt für seine Ruine eines Urvolkes. Dort gab es auch Nachtführungen. Nacht: Stockdunkel: Ruine: Chrissi... Also, wisst ihr, was ich damit andeuten will? Genau! Ich mache mich auf den Weg mitten in der Nacht, zum anderen Ende der Ruinen. Der Weg war ja so einigermaßen angewiesen. Mit mikroskopisch kleinen Lichtlein, die man auch gut und gerne mit Glühwürmchen hätte verwechseln könnte. Ich musste mir also den Weg durch diese Nachtwelt bahnen, immer fast auf dem Boden suchend nach Lichtern. Irgendwann war mir das ganze einfach zu doof. Ich dachte mir: "Hey, die Mauer, zu der du willst, die ist direkt vor deiner Nase.Und die Lichter machen eine Riesenkurve! Ja, also! Was will ich denn den Lichtlein hinterherrennen, wenn es auch so schneller geht.??" Ich löste mich also vom guten Weg und schritt zwei drei Schritte geradeaus. Das hätte ich wohl eher nicht machen sollen. Denn plötzlich lag ich in einem Graben. Den hätte ich gar nie sehen können, da er nämlich zugewachsen war. Ganz plötzlich fehlte mir einfach der Boden unter den Füßen. Das war mir so peinlich! Also lag ich da im Graben, leise vor mich auf Deutsch hinbrubbelnd und versuchte mich, da wieder rauszukämpfen, was sich allerdings schwieriger gestaltete, als es wirklich war.

Die absolute Krönung war jedoch die Geschichte mit den Tinajas. Jonathan und ich haben zwei Tonkrüge aus Schaumstoff gebaut.Das war zwei Wochen Arbeit, weil es immer dann war, wenn wir gerade Zeit hatten. Nach der Aufführung hätten wir die zwei Krüge noch in Fe y Alegría für einen Auftritt gebraucht. Ich hatte sie bei uns zu Hause und wollte sie dann zur Schule bringen. Das Problem war, dass ein Tonkrug in kein Taxi und nichts passt. Also hielt ich ein Mototaxi an, schmiss es aufs Dach und sagte, er solle es festschnüren.Und los ging die Fahrt. Ich traute dem Taxifahrer nicht so ganz und schaute immer nach hinten zum Fenster raus, ob die Tinaja vielleicht hinunterfallen würde. Das tat sie aber nicht. Aber in dem Augenblick, als ich aus dem Mototaxi stieg und meinen Blick nach oben wandern ließ, da dachte ich, mich trifft der Schlag. WEG WAR DIE TINAJA! Der Taxifahrer spurtet los, um sie zu suchen. Anstatt, dass er sich in das Taxi setzt und sie sucht. Das wäre ein bisschen schneller gegangen. Aber nein, er zog es vor zu rennen! Das Ende vom Lied war, dass meine Tinaja verschollen war und der Typ keine Ahnung, wie er mir das noch bezahlen könnte. Und ich war stinksauer!
Doch am nächsten Tag wurde ich zur Abwechslung mal wieder auf der Straße von jemand Wildfremden auf der Straße angesprochen. Ob ich denn etwas großes, braunes, aus Schaumstoff verloren hätte?  Er hätte es vom Mototaxi fallen sehen und hätte es gleich eingesammelt. Ich glaube, ich bin dem Mann spontan um den Hals gefallen und bin rumgesprungen und hab gesungen und alles. Er hat mich ziemlich verwirrt angeschaut... aber das war mir in dem Moment ziemlich Wurst

Naja,... ich hoffe, das war erstmal alles Erwähnenswerte. Es grüßt und küsst DIE EINE

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2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Eine!
Schussel sind mir seeeehr sympathisch! Sie sind mir so ähnlich! Und sie bringen mich zum lachen! Das gefällt mir sehr gut!
Grüße,
ein Schaf

Anonym hat gesagt…

dr´spenz

allo EINE also ich hab beim Anderen gelesen und deinen Beitrag hier darunter gefunden.

Schusseln ist gut für die Wirtschaft also schussel nur weiter. Wir sollten alle ein wenig mehr Schusseln. Das würde die Konjunktur antreiben. Vielleicht auch die Krankenhäuser füllen nur übertreiben sollte es Mann/Frau nicht.

Daher möge das Schusseln mit uns Sein.

Grüße
dr. Spenz

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