Neues Jahr, Neues Glück

Die Zeit verging schnell! Ein oft gehörter Satz! Aber eigentlich ging sie immer gleich schnell, Sekunde für Sekunde, Minute für Minute und Tag für Tag! Was ich wohl eigentlich damit meine: Der Zeitraum bis ich neuen Antrieb fand, hier wieder meinen Senf dazuzugeben, war sehr lang! Was bedeutet, dass ich entweder keine Lust hatte all die Monate des "Nicht-Schreibens" nachzuholen oder das Verfassen eines Artikels eine so aufwändige Arbeit mit unglaublich hoher Überwindungsbarriere für mich ist, dass ich bisher immer etwas besseres zu tun wusste (*zwinker, zwinker*) oder mir einreden konnte, dass ich viel zu erschöpft für diese Arbeit bin!
Tja, nun habe ich eben heute einen so rießigen Klumpen voller Erzählungen vor mir, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen!

Da aber meistens der aktuelle Stand sehr wichtig ist, fange ich einfach mal in der Gegenwart an!
Nun, 9 Monate nach meiner Rückkehr aus Frankreich sitze ich also in einem Raum in Ulm, den ich meinen Eigenen nenne, bin offiziell in der Uni eingetragen als Medizin-Studierender und scheine wieder völlig in einem System eingespannt zu sein! Die Uni erscheint mir wie eine normale Schule in groß, da ich viele Pflichtverantstaltungen habe, einen festen Studenplan vorgegeben bekommen habe und es eigentlich für mich nur darum gehen sollte, irgendwelche Unterschriften zu bekommen.
Es fasziniert mich, wie stark ein solches System auf mich wirkt, sodass ich einen ganz schönen Druck vor einer Klausur empfinde. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich keinen "extra" Antrieb mehr zum Lernen brauche, jedoch musste ich feststellen, dass Klausuren ein wesentlicher Faktor ist, warum ich mir etwas aneigne!
Manchmal, wenn ich zurück an meinen Trip nach Frankreich denke, kommt es mir nun absurd vor, worum es nun in meinen Leben geht --> Lernen, Vorlesungen anhören und zu Praktika erscheinen; anstatt Schlafplatz finden, Essen beschaffen und dem Tag einen Sinn/Richtung geben!

So viel zu der Gegenwart!
Nachdem ich also aus Frankreich zurück war, brach ich nach Tübingen auf, wo ich mich für 2 Wochen auf den Test für Mediziner bei einem Bekannten vorbereiten konnte! Es folgte ein Seminar der nächsten Freiwilligen, bei dem ich als Koch fungieren konnte! Schließlich schrieb ich den TMS (Test für Mediziner) im Mai und schickte meine Bewerbung für das Medizinstudium los!
Dann hinderte mich nichts daran, für einige Tage nach Italien zu gehen und mich mit Marie und Carson in den Bergen Süditaliens in Castrovillari zu treffen. Wir hatten vergnügte und schöne Tage an einem verlassenen Stationshäuschen der Italienischen Bahn, machten noch eine kleine Bergwanderung und über Carsons Bekannte ein wenig Anschluss an die überaus faszinierende italienische Mentalität! Marie konnte nach wenigen Tagen auch schon einige Brocken italienisch, während ich langsam mich über die Grammatik ans Sprechen annäherte! Leider war die Reise nicht lang genug, um die Sprache einigermaßen zu lernen. Unsere Wege teilten sich dann wieder und Marie fuhr zurück nach Frankreich, ich nach Deutschland und Carson startete sein Radfahrabenteuer nach Indien! Leider kam er nicht über die iranische Grenze, weil er kein Visum bekam!

Zurück in Deutschland machte ich ein Pflegepraktikum im Krankenhaus für 2 Monate, was mir nun im Studium zu gute kommen wird!
Währenddessen entschloss ich mich beim Ramadan mitzumachen, um etwas mehr über den Islam zu erfahren! Hier half mir dann der Umstand, dass ich im August für 3 Wochen nach Australien flog, wo ich Samitha traf und mit ihr zusammen den Ramadan beenden konnte - Samitha war meine Hausleiterin in Indien und arbeitet nun in der Arche Australien, wo sie gleichzeitig auch zum Islam konvertiert! Dadurch bekam ich endlich mal etwas Anschluss an die islamische Kultur, denn ihre Gastfamilie lud mich ein mit ihnen den großen Tag des Fastbrechens zu feiern! Ich war überaus überrascht, was ich in kurzer Zeit alles über den Islam und die muslimische Kultur erfuhr - mal wieder eine Zeit, um Vorurteile abzubauen!!!

Als ich zurück nach Deutschland kam, war ziemlich bald klar, dass ich in Ulm studieren kann und lebte nun bis vor einigen Wochen bei meiner Schwester, bis ich einen eigenen Raum in dem völlig überfluteten Studentenstädtchen fand!

So verlief mein letztes Jahr! Stehts unter Begleitung des großen Lamaharajas! Falls ihr euch einige Zeit nehmen wollt, könnt ihr euch ja mal fragen, was ihr im Jahr 2012 getrieben habt, nachdem die Erde doch nicht untergegangen ist :-).

Demletzt habe ich Herr der Ringe angeschaut und ein schönes Zitat schwebt mir seither im Kopf herum: Es liegt nicht in unserer Macht über die Zeiten zu entscheiden, wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist!

In diesem Sinne wünsche ich noch ein gutes Neues Jahr 2013
nella bella italia

das Stationshäuschen ohne Wasser, ohne Strom!

in den Bergen

Eid-Fest (Fastbrechen)

Sydney!!!!!!!


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